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Die Erfolgsstory von Swiss Recycling

Vor 25 Jahren wurde Swiss Recycling als Dachorganisation der verschiedenen Recyclingorganisationen ins Leben gerufen. Heute ist der Nutzen der Wiederverwertung von Rohstoffen unbestritten. Auch die Sammelmengen sind imposant gestiegen, sie haben sich seit 1992 um das Dreifache vergrössert.

Charles Cahans

Die Recyclingsysteme haben sich während den letzten Jahren stark verbessert und die Methoden wurden dem jeweiligen Stand der Technik angepasst. Im Weiteren hat die Regulierungsdichte zugenommen. Und nicht zuletzt dank dem grossen Einsatz der Bevölkerung ist der Nutzen des Recyclings heute unbestritten und der Rücklauf nahezu ausgereizt. Durch den gezielten Ausbau der Separatsammlungen wurden die entscheidenden Grundlagen zur Wiederverwertung von Rohstoffen gelegt. Je nach Sichtweise hat Swiss Recycling ein Dilemma: Je mehr konsumiert wird, das rezykliert werden kann, desto höher ist der Nutzen für die Organisation. Soll hingegen die Vermeidung von Abfall und Wertstoffen insgesamt gefördert werden, was den Umweltnutzen erhöhen würde, müsste auch die Arbeit von Swiss Recycling zurückgehen.

 

Grosser Umweltnutzen durch die Recyclingsysteme
Haben sich bei der Gründung vor 25 Jahren fünf Branchenorganisationen zusammengetan, sind es heute elf Mitglieder, die in ihren Sektoren das Recycling am Laufen halten und jeweils weiterentwickeln. Der Umweltnutzen der von Swiss Recycling koordinierten Organisationen ist beträchtlich. Die separat gesammelten Mengen haben sich seit 1962 von rund 1,3 Millionen Tonnen auf heute über 3,2 Millionen Tonnen vergrössert. Die Schadstoff-Entfrachtung entsprach 2016 gut 50 Prozent des Nutzens.
Ein Vergleich zwischen Recycling und der Verbrennung in einer KVA zeigt, dass der entstandene Nutzen den Umweltauswirkungen der Bevölkerung der Stadt Basel entspricht: Würden also alle Wertstoffe aus der Stadt Basel verbrannt statt wie heute rezykliert, würden sich die Umweltauswirkungen der Basler Bevölkerung verdoppeln. Dieselbe vermiedene Umweltbelastung entspricht 30 Prozent der jährlich gefahrenen Kilometer im privaten Strassenverkehr. So wird in der Schweiz dank dem gezielten Recycling so viel Umweltbelastung gespart wie für 65 Prozent des gesamten Heizölverbrauchs anfällt oder anders gesehen, das Sparvolumen entspricht 12 Millionen Fässer Öl zu je 200 Liter. Der durch das Recycling entstehende Umweltnutzen konnte seit der Gründung um den Faktor 3,3 gesteigert respektive die Umweltbelastung um diesen Wert reduziert werden.

Dank dem Recycling der Siedlungsabfälle, den zurückgewonnenen Ressourcen und den verringerten Treibhausgasemissionen werden pro Jahr 6300 Milliarden Umweltbelastungspunkte eingespart. Durch den Einsatz von Sekundär-Rohstoffen wird Neumaterial im Wert von rund 1,4 Mrd. Franken pro Jahr eingespart (Preisbasis 2017). Diese Zahl basiert auf dem Wert des Primärmaterials, das dank dem Recycling weder abgebaut noch produziert werden muss.

Wie wird sich die Schadstoffthematik in Zukunft entwickeln?
Die Recyclingsysteme werden in den kommenden 25 Jahren einen höheren Nutzen generieren, vorausgesetzt, sie werden mit dem Wissen von heute und den zukünftigen Trends so weitergeführt. Allerdings: Durch höhere Sammelquoten oder einer verbesserten Recyclingqualität kann der Umweltnutzen weit weniger erhöht werden als wenn vermehrt Material vermieden wird; dieses Potenzial wird auf 15 Prozent geschätzt.
Um zu ermitteln, ob und wie sich der Umweltnutzen des Recyclings in Zukunft optimieren lässt, erstellte die Firma Carbotech AG im Auftrag von Swiss Recycling Ökobilanzen für die drei Themen «Vermeidung», «Potenzialmengen ausschöpfen» und «Rezyklat-Qualität verbessern».

Elektro- und Elektronikgeräte haben den grössten Recyclingnutzen
EE-Geräte-, Papier und Textilrecycling werden weiterhin einen Hauptteil zum Umweltnutzen beitragen. Mehr als die Hälfte des Nutzens entsteht durch die Schadstoffentfrachtung der Elektro- und Elektronikgeräte im erprobten Sens-/Swico-System. Heute sind noch viele schadstoffhaltige Elektro- und Elektronikgeräte im Umlauf. Werden diese fachgerecht entsorgt, trägt diese Branche einen grossen Beitrag zur Verhinderung der schädlichen Emissionen bei. Sollten in Zukunft Schadstoffe in Elektronikgeräten reduziert werden oder sogar ganz verschwinden, würde der Nutzen des Recyclings abnehmen; insgesamt wäre das jedoch positiv für die Umwelt. Andererseits entstehen aus Schadstofffraktionen Wertstoffe, die wieder der Industrie zugeführt werden. Hier ist die Designbranche und die verarbeitende Industrie gefordert, Branchenstandards zu entwickeln und verwirklichen. Die neuen OECD-Richtlinien sehen deshalb auch eine Herstellerverantwortung für den gesamten Lebenszyklus inklusive Nutzungs- und Entsorgungsphase vor.

 

www.swissrecycling.ch

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