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Kampf dem Mikroplastik

GKD: Partner bei Forschungsprojekt zu Umweltauswirkungen von Reifenabrieb

Mikroplastik ist ein globales Umweltproblem, das über die Nahrungskette auch auf unseren Teller gelangt. Zu rund einem Drittel stammen die winzigen Partikel von Reifenabrieb, der durch Niederschlagswasser in die Kanalisation gespült wird. Klärwerke können die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen bislang nicht herausfiltern, sodass sie über Kanäle und Flüsse schliesslich ins Meer gelangen. Dort werden sie von Fischen, Muscheln oder Vögeln mit der Nahrung aufgenommen. Mit Hochdruck arbeiten deshalb weltweit Wissenschaft und Industrie an der Erforschung von Lösungen, die den Eintrag dieser Partikel in die Gewässer verhindern. So auch die GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD): Aus  der Hand des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, erhielt die technische Weberei in Düren jetzt einen Förderscheck von rund 185.000 Euro für das Forschungsvorhaben Reifenabrieb in der Umwelt (RAU).

Die Zahlen sind alarmierend: Fast 46 Mio. PKW sind in Deutschland angemeldet. Jeder von ihnen verursacht pro 50.000 Kilometer Fahrleistung ein Kilogramm Abrieb je Reifen. Im Jahr fallen so über 110.000 Tonnen Reifenabrieb an. Er besteht aus Kautschuk, Russ, Mineralölen, Additiven und metallischen Stoffen. Die in der Kautschukmischung aus Natur- und Synthesekautschuk enthaltenen Polymere werden als Mikroplastikpartikel mit dem Regenwasser in die Kanalisation geschwemmt. Von dort fliessen sie nahezu ungehindert Richtung Meer, das sie nach jüngsten Studien in bislang nicht bekanntem Ausmass verschmutzen. Bis in 5.000 Meter Meerestiefe und bis zur Arktis sind die winzigen Plastikpartikel inzwischen nachweisbar. Die Folgen sind gravierend: So haben beispielsweise alle untersuchten Fischarten und Muscheln in der Nordsee diese Mikropartikel aus Kunststoff im Magen. Auch die Seevögel nehmen sie auf.

Pro Jahr fallen in Deutschland über 110.000 Tonnen Reifenabrieb an. Mit namhaften Projektpartnern untersucht GKD im Rahmen des Forschungsvorhabens Reifenabrieb in der Umwelt (RAU) effektive Vermeidungsstrategien. © GKD/Bluesky60
Als führender Gewebespezialist übernimmt GKD im Forschungsprojekt Reifenabrieb in der Umwelt (RAU) die Auslegung und Entwicklung geeigneter Gewebe für die Filtertöpfe. © GKD

 

Gesucht: Mikrofiltration mit maximalem Durchsatz

Um effektive Vermeidungsstrategien zu entwickeln, gilt es, Abriebfaktoren, Eintragspfade, Verbreitungswege und Auswirkungen im Detail zu untersuchen. Das vom BMBF unterstützte  Forschungsvorhaben Reifenabrieb in der Umwelt hat das Ziel, den Eintrag von Mikroplastik aus Reifenabrieb im Abflusswasser  der Strassen mengenmässig zu erfassen. Dazu sollen die Abriebsmengen mit Verschleisstests und Vor-Ort-Beprobungen ermittelt werden. Berücksichtigt werden dabei Einflussfaktoren wie Reifen-, Fahrzeug- und Strassentypen sowie Fahrsituationen. Eine zentrale Aufgabe im Projekt besteht in der Entwicklung von Körben für die Probennahme. Diese müssen einerseits den aufkommenden Wassermengen gewachsen sein, andererseits die Mikroplastikpartikel zuverlässig zurückhalten. Als Filtrationsexperte mit langjähriger Erfahrung in der Wasserbehandlung und -aufbereitung ist GKD in diese Pilotaufgabe massgeblich miteingebunden. Die führende Kompetenz der Gewebespezialisten ist für die Auslegung und Entwicklung geeigneter Gewebe für die Filtertöpfe mit mehreren Abscheideraten – von sehr grobmaschigen Konstruktionen mit ein bis zwei Zentimeter grossen Öffnungen bis hin zu Geweben mit Öffnungen von absolut 6 µm – gefragt. Anhand von Simulationen und umfangreichen Laboranalysen wird GKD geeignete Gewebekonstruktionen entwickeln, die dann in der angeschlossenen Metallweberei auf Hightech-Webmaschinen gefertigt werden. Darüber hinaus ist die Engineeringkompetenz der Dürener auch bei der Begleitung des Versuchsaufbaus gefragt.

Zum Projektstart überreichte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel den Förderscheck von rund 185.000 Euro an GKD-Vorstand Dr. Stephan Kufferath. © GKD/Rudi Böhmer

 

Bewährter Lösungspartner

Die koordinierende Technische Universität (TU) Berlin wählte aus gutem Grund GKD als Projektpartner: Schon im vorangegangenen Forschungsprojekt hatte das Unternehmen als Projektführer seine Leistungsfähigkeit als Lösungspartner erfolgreich unter Beweis gestellt. Das Folgeprojekt RAU ist erneut auf drei Jahre terminiert. Weitere Projektpartner sind das Prüflabor Wessling, die auf Dienstleistungen und Produkte rund um das Thema  Regenwasser spezialisierte Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker sowie die Continental Reifen Deutschland GmbH. Zum Projektstart am 1. August 2017 überbrachte der Parlamentarische  Staatssekretär Thomas Rachel den Förderscheck von rund 185.000 Euro. Als gebürtigem Dürener war es ihm eine besondere Freude, die weltweit renommierte GKD in diesem vom Bund geförderten Programm zu begrüssen.

www.gkd.de