Basel baut ein zweites Holzkraftwerk

An der Klimakonferenz in Paris von 2015 versprach die Schweiz, bis ins Jahr 2050 die CO2-Emissionen um 70 bis 85 Prozent zu reduzieren. Um in der Region Basel zu helfen, dieses Ziel zu erreichen, bauen die Industriellen Werke Basel (IWB) ein zweites Holzkraftwerk.

Charles Cahans

Am 1. Oktober 2017 ist im Kanton Basel-Stadt das neue Energiegesetz in Kraft getreten, das eine erhebliche Senkung der CO2-Emissionen vorsieht. Der Stadtkanton nimmt damit im Wesentlichen eine Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ins Visier.  Dieser Effekt kann durch mehr Fernwärmeanschlüsse und entsprechend mehr Wärmeleistung erreicht werden. Der Anteil des Holzkraftwerks 1 im Basler Fernwärmenetz betrug 2016 13,4 Prozent. Mit dem Bau des zweiten Holzkraftwerks wächst dieser Anteil um 9 Prozent auf über ein Fünftel. Damit kommt Basel dem gesetzlich vorgegebenen Ziel näher, den jährlichen Anteil fossiler Energieträger (Erdöl und Erdgas) an den CO2-Emissionen von heute 5,1 Tonnen bis 2050 auf eine Tonne CO2 pro Kopf zu senken.   

Mit dem zweiten Holzkraftwerk will das Energieunternehmen IWB das Seine beitragen, Basel schrittweise zu dekarbonisieren  und die CO2-Neutralität der Fernwärme zu steigern. Zusätzlich wird ein dezentraler Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 1.4 Millionen Liter Heisswasser gebaut. Dieser nimmt nachts die überschüssige Wärme auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Mit dem wachsenden Anteil der erneuerbaren Energie in der Fernwärmeproduktion um voraussichtlich neun Prozent werden somit der Atmosphäre rund 19‘000 Tonnen des klimaschädlichen CO2 erspart.

Holzkraftwerk II Aussenansicht. Foto Fiedler Beck Ingenieure AG.

 

Klimaschutz wird zur regulatorischen Realität

Basel hat das grösste Fernwärmenetz der Schweiz. Unter den  Strassen liegen 223 Kilometer Fernwärmeleitungen und 2400 Schächte, die den Austausch mit den Wärmebezügern sicherstellen. Das Fernwärmenetz versorgt gegenwärtig 45’000 Haushalte und Betriebe mit Wärme, wobei das Netz stetig wächst. Geplant ist, dass bis 2020 gegen 80 Prozent neutrale Fernwärme erzeugt wird. Mit dem Bau des zweiten Holzkraftwerks kommen die IWB diesem ehrgeizigen Ziel ein Stück näher. Der CO2-Absenkpfad der IWB war in den vergangenen Jahren sehr kontinuierlich; zwischen 2007 und 2016 sanken die CO2-Emissionen um 25 Prozent. Das Kraftwerk und der Wärmespeicher werden den im Winterhalbjahr heute noch notwendigen Einsatz von Erdgas in der Fernwärmeproduktion weiter verringern. Heute beträgt der CO2-neutral produzierte Anteil der Fernwärme dank Holz und Kehricht rund 63 Prozent und wird nach der für den Winter 2018/2019 geplanten Inbetriebnahme des Kraftwerks 2 um weitere neun Prozent steigen.
Der Brennstoff Holz wird dem Kraftwerk als Holzhackschnitzel angeliefert. Florian Lüthy, Leiter Produktion Energie bei IWB,  bestätigt, dass das benötigte Holz aus der Region kommen wird. Ein grosser Teil davon wird unbehandeltes Altholz sein, dazu kommt Frischholz aus den regionalen Wäldern.

www.iwb.ch