Umwelttechnik durchsuchen

Mediadaten

Download Mediadaten 2018

Mikroverunreinigungen verursachen ökologischen Stress

Über das gereinigte Abwasser gelangen Mikroverunreinigungen aus den Kläranlagen in Bäche und Flüsse. Sie scheinen nicht nur einzelne Arten zu beeinträchtigen, sondern die Funktion der Wasserökosysteme, etwa den Laubabbau, zu verändern. Das zeigt ein Forschungsprojekt, das die Eawag im Rahmen des Ausbaus ausgewählter Schweizer ARA zur Reduktion der Belastung lanciert hat. Die technische Aufrüstung der ersten Kläranlagen zeigt bereits Wirkung.

Sei es in Medikamenten, Kosmetika, Reinigungsmitteln oder Industriechemikalien – in unzähligen Produkten kommen hierzulande täglich über 30’000 chemische Wirkstoffe zum Einsatz. Viele gelangen via Kläranlagen in die Gewässer und können die Lebewesen und das Trinkwasser beeinträchtigen. Um solche Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu entfernen, rüstet die Schweiz in den kommenden Jahren gezielt rund hundert Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe aus.
Forschende der Eawag und des Oekotoxzentrums Eawag-EPFL begleiten den Ausbau wissenschaftlich. «Wir haben die einmalige Gelegenheit, quasi in Echtzeit zu erforschen, wie sich die Reduktion der Mikroverunreinigungen auf die aquatischen Ökosysteme auswirkt», erklärt Projektleiter Christian Stamm. In einer ersten Phase haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun den chemischen und biologischen Ist-Zustand vor der Aufrüstung der Kläranlagen erfasst. «Wir wollten zudem herausfinden, wie sich die Mikroverunreinigungen aus gereinigtem Abwasser auf die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und die Funktion von Flussökosystemen auswirkt», erklärt Stamm. «Hier bestehen noch erhebliche Wissenslücken.»

Weiterlesen ...

Kampf dem Mikroplastik

GKD: Partner bei Forschungsprojekt zu Umweltauswirkungen von Reifenabrieb

Mikroplastik ist ein globales Umweltproblem, das über die Nahrungskette auch auf unseren Teller gelangt. Zu rund einem Drittel stammen die winzigen Partikel von Reifenabrieb, der durch Niederschlagswasser in die Kanalisation gespült wird. Klärwerke können die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen bislang nicht herausfiltern, sodass sie über Kanäle und Flüsse schliesslich ins Meer gelangen. Dort werden sie von Fischen, Muscheln oder Vögeln mit der Nahrung aufgenommen. Mit Hochdruck arbeiten deshalb weltweit Wissenschaft und Industrie an der Erforschung von Lösungen, die den Eintrag dieser Partikel in die Gewässer verhindern. So auch die GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD): Aus  der Hand des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, erhielt die technische Weberei in Düren jetzt einen Förderscheck von rund 185.000 Euro für das Forschungsvorhaben Reifenabrieb in der Umwelt (RAU).

Die Zahlen sind alarmierend: Fast 46 Mio. PKW sind in Deutschland angemeldet. Jeder von ihnen verursacht pro 50.000 Kilometer Fahrleistung ein Kilogramm Abrieb je Reifen. Im Jahr fallen so über 110.000 Tonnen Reifenabrieb an. Er besteht aus Kautschuk, Russ, Mineralölen, Additiven und metallischen Stoffen. Die in der Kautschukmischung aus Natur- und Synthesekautschuk enthaltenen Polymere werden als Mikroplastikpartikel mit dem Regenwasser in die Kanalisation geschwemmt. Von dort fliessen sie nahezu ungehindert Richtung Meer, das sie nach jüngsten Studien in bislang nicht bekanntem Ausmass verschmutzen. Bis in 5.000 Meter Meerestiefe und bis zur Arktis sind die winzigen Plastikpartikel inzwischen nachweisbar. Die Folgen sind gravierend: So haben beispielsweise alle untersuchten Fischarten und Muscheln in der Nordsee diese Mikropartikel aus Kunststoff im Magen. Auch die Seevögel nehmen sie auf.

Weiterlesen ...

Seite 2 von 2

Recycling Technik 2018